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Lifestyle zwischen HipHop, Popkultur und dem alltäglichen Wahnsinn

Posts Tagged ‘Vergangenheitsbewältigung

Superbad Supersad Grau

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Da mich Robert und Sebastian fast gelyncht hätten, weil ich Michael Cera und Superbad nicht kannte habe ich ihn mir heute angeschaut. Das Ende der Geschichte zuerst: ich sitze hier vorm PC höre Graue Musik und schwanke zwischen melancholisch, traurig und depressiv. Zwischendurch habe ich auch gelacht, aber das hat sich nach Beendigung des Films sofort gelegt.

Der Film selber hat mir sehr gut gefallen, eine ziemlich gute Momentaufnahme unserer „verlorenen“ Generation, auch, wenns eher aus der Nerdperspektive ist.

Der Film hat auch viele (alte) Gefühle in mir aufgewühlt, was kaum ein Film bis jetzt geschafft hat. Dinge, von denen ich dachte, dass ich sie eigentlich hinter mir hatte, Zweifel, Erinnerungen.

Ich bin gerade 19, bis zu sagen wir mal meinem 18. Lebensjahr war ich noch schräger drauf, als Michael Cera aka Evan in diesem Film. Ernsthaft ich hatte panische Angst davor fremde Leute anzusprechen. Da ich hier bei niemandem meinen seelischen Müll abladen will nur die Kurzversion, die ich mir trotzdem gerade von der Seele reden muss:

Durch ein Ereigniss kam ich ins Grübeln und änderte alles um 180°. 25 Kilo weniger und ein verändertes Weltbild + Selbstliebe verändern verdammt viel. Vielleicht zu viel udn zu schnell. Eigentlich kann ich über mein Leben nicht meckern, wenn ich es mit dem was vor 1-2 Jahren war Vergleiche, ganz im Gegenteil. Aber manchmal habe ich das Gefühl, das sich alles viel zu schnell ändert.

Es ist einfach ein Gefühl, dass man schlecht beschreiben kann. Sebastian Sturm singt in einem Song: „theres no reason to be sad/ but for the moment i like it like that„. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich diese Woche viel zu viel gearbeitet, kaum geschlafen und eine Absage von einer Freundin gekriegt habe, die ich ewig nicht mehr gesehen habe. Ich wills irgendwie auch gar nicht wissen.

Wirklich wunderbarer Film, selten so viel zum Nachdenken gehabt nur, weil ich mir einen Film ansah.

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Written by wegi

Dezember 3, 2009 at 10:11 pm

Vergangenheitsbewältigung: Westberlin Maskulin

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Wer auf die Frage „Was macht mein Label?“ ohne nachzudenken „ES FICKT DIE BIAAAATCH“ schreit und hinter dem Kürzel WBM nicht die Wohnungsgesellschaft Berlin-Mitte vermutet, der ist eindeutig Westberlin Maskulin geschädigt.

Doch warum zauberte WBM jedem Rap-Fan Anno 98 ein  glitzern in die Augen? Nüchtern betrachtet machten sie simpelste menschenverachtende, ignorante, für Außenstehende gar rassistisch anmutende, Raps auf bis zur unkenntlichkeit zerhäkselten und zerstückelten  Beats. Wahlweise erzählten sie auch einfach nur scheiße über einem Beat. Und trotzdem sind sie eine der, wenn nicht sogar die,  legendärste Deutschrap-Crew.

(Hier kurz Bilder der Mitglieder:  Taktlo$$ und King Kool Savas)

Meiner Meinung nach ist das ganze relativ einfach. Sie hatten einfach das was man heutzutage unter dem neudeutschen Begriff „swagger“ betitelt. Sie machten was eigenes. Sie waren die ersten die mit Gangsterrap auf deutsch ankamen. Sie verkörperten einfach alles was HipHop im Kern ausmacht: „Ignoranz und Individualität at its best“. Sprich: Sie machten, worauf sie Bock hatten, ohne großartig darauf zu achten, obs jemandem gefällt, oder nicht.

Hier mal eins meiner Favorites von ihnen:

Dass es die einzigen zwei Alben WBMs „Hoes, Flows, Moneytoes“ und „Battlekings“ nur auf Vinyl und Tape gab verfestigt ihre Stellung nur. Ihre Auflösung am 1. April 2000 aus unbekannten Gründen bescherte deutschem HipHop somit einen großen Verlust an Individualität.

Zum Abschluss sage ich nur:

Freitag CHILLEN, Samstag CHILLEN, Sonntag 19 UHR RAPPER KILLEN“ und „Bitch wir sind uns im klaren was HipHop ist / du denkst wirklich du hast irgendwas begriffen,  ihr stagniert stark ohne  es zu merken / deine Crew braucht dick Schwanz und ihr kriegt es auch

Written by wegi

Oktober 14, 2009 at 5:09 pm