Just WeGi

Lifestyle zwischen HipHop, Popkultur und dem alltäglichen Wahnsinn

Posts Tagged ‘HipHop

Kid Cudi – Pursuit of Happiness (ft. Ratatat & MGMT) Video

leave a comment »

Böse Zungen behaupten von Kid Cudi ja nur ein Klon des großartigen Kanye West zu sein.  Für böse Zungen scheint, aber wohl jeder der „Hipster-Rap“ (mein HipHop-Unwort des Jahres) macht eine Kanye Kopie zu sein. Cudi hat eben Einflüsse von Kanye, ist auch schließlich eins seiner musikalischen Zöglinge, aber durchaus auch genug Eigenständigkeit in seinem Sound.

Lange Rede – kurze Beine, hier das Video:

Advertisements

Written by wegi

Dezember 16, 2009 at 5:36 pm

Die Bewegung, die kein f**k auf Regeln gab und sich selber in Regeln erstickte

leave a comment »

So gut wie jeder wird sich fragen, wer der komische Kauz ist, der auf dem Bild zu sehen ist. „Hm, Sonnenbrille, übertriebene Kette – könnte ein Gangster-Rapper sein“. Gangster war er vielleicht, so genau weiß das keiner, darüber geredet hat er jedenfalls nie. Statt dessen ist er einer der Godfathers of HipHop. Afrika Bambaata. HipHop fing, wie warscheinlich die meisten Wissen in den Ghettos Amerikas an. Pioniere wie der Dj Afrika Bambaata waren die erste, die HipHop-Musik auf Partys auflegte. Die Menschen wollten für ein paar Stunden nur Spaß haben und sich von ihrem harten Leben ablenken.

Um die Ghettos ging es in den Texten da nur selten und wenn wurde der Lifestyle der Gangster und Drogendealer kritisiert. Erst als Jahre später die berühmte (heute würde man sie Supergroup nennen) Gruppe N.W.A., bestehend aus Dr. Dre, Eazy E, Ice Cube und MC Ren, auf dem Radar der HipHop-Kultur auftauchte fing die Glorifizirung des Gangster-Lifestyles an. Das kuriose daran: Wie sich sehr viel  später raustellte erzählten sie von Dingen von denen sie keine Ahnung hatten. Eazy E war nicht der Gangster, als den er sich in texten wie „Straight Outta Compton„, oder „Gangsta, Gangsta“ immer darstellte. Er war nichtmal ein Drogendealer, nichts dergleichen. Ice Cube war Student und ein „Streber“ noch dazu. Dr. Dre war einfach nur ein gewöhnlicher DJ aus nicht wirklich schlechtem Hause.

Und genau diese Jungs haben das eingeleitet für das viele HipHop heute hassen. Aber, was solls jeder halbswegs klar denkende Mensch wird nicht durhc das hören von NWA dazu gebracht „Fuck the Police“ zu rufen und Polizisten zu erstechen. Und, wenn es zumal gut gemachter Rap ist, kann man es sich anhören. Ein akustischer Actionfilm quasi.

Um wieder den Bogen zum Titel zurück zu schlagen. HipHop war von Anfang an eine Kultur, die nichts beschönigte und keinen Wert auf Regeln legte. Es war egal, ob es verboten war fuck im amerikanischen Radio zu sagen, man machte es trotzdem auf seinen Songs, dann wurden sie eben nicht gespielt, darauf legte man keinen Wert. Riesiger Zeitsprung ins Jahr 2009: Rap erstickt in Regeln, die von Rappern, Fans und selbst ernannten Experten aufgestellt wurden. Jeder scheint besser zu wissen als der andere, wie „richtiger Rap“ sich anzuhören hat. Alles andere wird kategorisch abgelehnt. Dazu kommt, dass seit dem Erfolg von Aggro Berlin Anno 2001/02 jeder meint mit ein bisschen Offbeat Gestammel über Drogen und Knast den großen Ruhm abzugreifen nur um anschließend beim Teetrinken mit Mutter, bei der man noch wohnt, ganz kleinlaut über seinen Tag in der kollektiven Verhaltenstherapie zu erzählen. (Der Boom von Aggro hatte die selben Gründe, wie der Erfolg von NWA in den USA, nur 20 Jahre später.)

Die Situation im Rap stellt sich heutzutage rein musikalisch wie folgt dar: In den USA springt jeder Idiot auf den Autotune-Electro-Zug auf. In Deutschland, was HipHop-technisch schon immer hinterherhinkte, jeder auf den langsam anhaltenden Streetlife-Zug auf.

Inovationen muss man mit der Lupe im Untergrund bei den kaum bekannten Künstlern suchen, die teilweise keine 300 CDs loskriegen. genau deshalb kann ich es auch verstehen warum HipHop in Deutschland so ein schlechtes Image hat. Ich kann von niemanden erwarten, dass sich derjenige so intensiv wie ich mit dieser Musikrichtung auseianndersetzt und jeden Künstler von Hamburg bis Buxtehude kennt.

Ich hatte mir deshalb mal Gedanken gemacht was man dagegen machen kann. Deutscher Rap bräuchte eine Online-Plattform, die sich seriös und differenziert mit selbigem auseinander setzt. Herr Merkt hat zwar die richtigen Ansätze, aber eben nur Ansätze, da es nur ein Blog ist. Und die einzige kommerzielle Plattform Rap.de, betrieben vom Chef des ehemaligen Labels und legendären Freestyle-Cafés „Royal BunkerMarcus Staiger, jagt auch nur sämtlichen Sensationgeschichten nach ohne aus dem Schema von News und Interviews auszubrechen und richtige journalistische Berichte zu bringen.

Ich würde sowas auf der Stelle machen, nur ist der Zeitaufwand dafür zu groß und ich habe auch keinerlei Erfahrung im Web-Journalismus, Promotion und Webdesign.

Vielleicht mache ich diesen kleinen Traum ja wahr, wenn sich bis dahin jemand an der Idee bedienen möchte – nur zu. Als ehrenamtlichen Schreiberling würde ich mich jederzeit zur Verfügung stellen. Denn ich kann mir ein Leben ohne Rap nicht vorstellen. Zu viele Lieder, die mich jeden Tag Motivieren. Zu viele Lieder, die mich jeden Tag aufbauen. Zu viele Lieder, die mich jeden Tag fühlen lassen, dass es jemandem genauso geht wie mir. Zu viele Lieder, die mir einfach ein gutes Gefühl in der Magengegend verpassen. Zu viel gute Poesie.

Zu viele Dinge, die mir fehlen würden. Und, wenn es solch eine Plattform gebe, könnte ich diese Schätze auch mit anderen Teilen und Künstler, die es verdient haben würden vielleicht endlich mehr beachtet werden.

Written by wegi

Dezember 14, 2009 at 8:34 pm

Der Botschafter der Liebe

leave a comment »

Heute möchte ich mal jemanden näher vorstellen, den man außerhab des HipHop-Kosmos eigentlich nicht kennt. Es sei denn man guckt gerne „hart aber fair“, oder liest täglich ein Schmierblatt, dass ich nicht namentlich erwähnen möchte. Doch dann hat man ein um 180° verdrehtes BILD (verdammt) von jemandem, der doch nur Liebe gibt: KAAS.

KAAS tauchte das erste mal auf dem Schirm der HipHop-Köpfe (Heads) auf, nachdem er zusammen mit Tua und Sucuk Ufuc die Gruppe Bassquiat gründete. Bis heute blieb es bei dem einzigen Album: BQ4Life. Die Musik war zwar Raptechnisch auf recht hohem Niveau, doch ist sie zugleich aus heutiger Sicht auch relativ peinlich, da man den damals aufkommenden Gangsta-Hype gerne mitnahm. (zu sehen zum Beispiel hier)


Anschließend machte er kurz halt bei Kool Savas „Optic Records“ bevor er nach dessen Auflösung zu „Chimperator“ wechselte. Gegen Ende der Zeit bei Optic änderte sich mit einem mal seine Musik komplett. Er rappte plötzlich von Nächstenliebe, Einhörnern und heiler Welt. Laut eigener Aussage hatte er ein „religiöses Erlebnis“, dass ihm die Augen öffnete. (KAAS ist gläubiger Katholik).


Anfang dieses Jahres sollte dann sein Solodebutalbum „Amokzahltag :D“ erscheinen. Der Titel wurde gewählt, weil das Album düster Anfängt und positiv endet. Der Titeltrack handelte von einem Jungen, der in seiner Schule Amok läuft, nachdem er Jahrelang gemobbt wurde. (Der Song ist teilweise biographisch) Das Video dazu wurde mit Bildern aus dem Kurzfilm „Amok“ von Peter Lenkeit von der Lazi-Akademie Esslingen. (Das Video gibt es hier zu sehen – Ich verspüre immer noch eine Gänsehaut, weil ich es eben angeschaut habe). Vor dem Video wird neben einer Warnung vor gewalthaltigem Bildmaterial folgender Statement von KAAS eingebelndet:

Ich möchte mit diesem Song Menschen dazu inspirieren, ihre Aggressionen in Kunst zu verwandeln, indem sie Bücher schreiben, Bilder malen oder auch Musikstücke über ihre Gefühle komponieren. Ich möchte mit diesem Lied darauf aufmerksam machen, dass der Grund für diese Amokläufe der Mangel an Nächstenliebe in unserer Gesellschaft ist“


Kurz nach der offiziellen Premiere des Videos geschah der Amoklauf in Winnenden. Bei der „Diskussionsrunde“ darüber bei „hart aber fair“ wurden Ausschnitte von dem Video so gezeigt, dass nur möglichst brutale Szenen zu sehen sind. Mit Textzitaten aus dem Lied wurde eben so verfahren. Diesmal mussten nicht nur die Computerspiele und Musik im Allgemeinen hinhalten, sondern KAAS im speziellen. Sein Lied „Amok Zahltag“ wurde völlig uminterpretiert um eine möglichst sensationelle Story liefern zu können. Bei richtiger Recherche wäre den Redaktueren aufgefallen, dass KAAS, derjenige, der solche Songs macht, sicher nicht zu einem Amoklauf fordert.

Die daraufhin laufenden Ermittlungen wegen den anscheinend Gewalt verherrlichenden Videoinhalten wurde inzwischen eingestellt, weil der Künstler „Gewalt nicht als Lösungsmittel“ zeige.

KAAS ließ das bereits gepresste Album daraufhin einstampfen und brachte einige Monate später das Album ohne den Titelsong und unter dem Namen „The Album formaly known as Amok Zahltag“ (TAFKAAZ) raus. Laut eigener Aussage nicht wegen der Medienhetze, sondern wegen aus Respekt vor den Opfern und deren Angehörigen.

Neben BQ ist Kaas auch zusammen mit Tua, Maeckes und Plan B Mitglied der Gruppe „Die Orsons“.

Diese sprengen, kurz gesagt, einfach nur dauerhaft sämtliche Klischees,Grenzen und Standards in Sachen HipHop und sind somit das fresheste was Deutschrap in letzter Zeit widerfahren ist. Gerade, weil ihre Lieder deshalb stark zum Nachdenken anregen und/oder übertrieben Albern sind, sind sie jedoch starke Geschmackssache. Ich feier sie. Und deshalb gibt es jetzt als Abschluss das brandneue Video „Orsons Anarchie“ vom brandneuen Album „Die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Orsons“. (Das erste Album, mit dem einfallsreichen Titel „Das Album“ ist übrigens von der Sorte übertrieben, „sehr übertrieben Albern“)

Written by wegi

Oktober 21, 2009 at 8:25 pm