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Lifestyle zwischen HipHop, Popkultur und dem alltäglichen Wahnsinn

Der Gott in mir

with one comment

Ich habe mich in letzter Zeit mit einigen spirituellen Themen beschäftigt. Nicht sehr intensiv, da mir die zeit dazu fehlt, aber doch genug um mir meine Gedanken zu machen. Nun habe ich heute während des Gottesdienstes zum Bus- und Bettag ein bisschen nachgedacht und ein paar Theorien/Konzepte/Lehren vermengt.

Zuerst: Die Beschäftigung mit dem Zen war mein Ausgangspunkt. Zen ist eigentlich ursprünglich keine Lehre, oder Lebensstil. Zen sagt lediglich aus, dass man sich selbst nicht durch seine Gedanken, Emotionen, oder sein Bewusstsein definieren soll. Man soll erkennen, dass man das „große Nichts“ ist, was man mal öfter, mal seltener in sich spürt. Wie sonst könnte man sich beim denken beobachten? Jedenfalls kommt man (Je wie gut man es beherrscht unterschiedlich lange, nie andauernd) durch diese Erkenntnis und entsprechende Meditationstechniken auf eine Bewusstseinsebene in der man nur den Augenblicklichen Moment wahrnimmt und in ihm lebt. Die Zukunft, als abstrakte Ansammlung von Hoffnungen und Gedanken, und die Vergangenheit, eine Aneinanderreihung von Gedanken gepaart mit Emotionen, sind dann nicht mehr existent.

In diesem Zustand wird alles intensiver, man ist sich seiner Gefühle viel mehr bewusst, lässt sich jedoch nicht von ihnen leiten. Man ist sich seiner Gedanken mehr bewusst, lässt sich jedoch nicht von ihnen leiten. Selbst Farben und Geräusche scheinen während des „Flows“ intensiver zu sein. Interessanterweise ist der Effekt zum Verwechseln ähnlich mit dem, der nach dem Konsum von einigen Grassorten eintritt. (Einen guten Einstieg dazu bietet dieser recht kurze Artikel)

In Verbindung damit ist mir folgendes eingefallen, was Ludwig Feuerbach in seinem Buch „Das Wesen des Christentums“ schrieb:

Die Götter der Menschen entsprechen ihnen selbst. Einen Gott, der in einem Tempel wohnt, gibt es erst seit dem der Mensch in Häusern wohnt. Für die alten Germanen war die Tugend des Krieges ihre höchste Tugend. Daher war ihr höchster Gott der Kriegsgott – Odin.

Diese „große Leere“ in mir, dieses subjekt, das man verfälscht sobald man es auf irgend eine Weise, sei es sprachlich, emotional, oder rational, greifen will – Ist es Gott? (Dieses verrinnende, sobald man es definieren will wird übrigens in Musils „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ abgehandelt). Für mich erscheint das so logisch, als wäre es eine Gleichung, die man nach Belieben aufstellen und verändern kann.

Und dann während des Gottesdienstes fiel mir auf, das man Tatsächlich sämtliche Dinge, die über Gott in der Bibel gesagt werden so interpretieren kann. Die unendliche Liebe, die Welt (unser Körper), Gott – Mensch – Ich. Dann brachen tausende Gedanken über mich herein und ich verlor mich wieder in Ihnen, bis ich mich an eine Zen-Übung erinnerte und anfing meine Gedanken zu beobachten. Und tatsächlich, sie pendelten stetig zwischen Zukunft und Vergangenheit, nur das Jetzt erfassten sie nicht.

Und Gott sah, dass es gut war.

Quellen:

„Das Wesen des Christentums“, Ludwig Feuerbach.

„Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“, Robert Musil.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zen

„Die Bibel“ – Einheitsübersetzung.

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Written by wegi

November 18, 2009 um 10:39 pm

Eine Antwort

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  1. Wenn Dir das weiterhilft
    was ich außerhalb aller agierenden Religionen, Kirchen ,Tempeln, Gemeinden und Sekten
    in meinem jetzt 74-jährigen Leben,
    erforscht und erfahren habe im Geist:
    GOTT ist GEIST und GOTT ist Körperlos.
    Ohne Geschlecht, also weder männlich noch weiblich,
    Keine Gestalt und keine Hautfarbe-einfach GEIST und
    dreimal HEILIG!
    2.DER zugesagte Geist Gottes und die heilsame Gnade Gottes, ist der MACHER GOTTES im Menschen, so er Christus in sein Leben und Inneres gebeten hat. Johannes 1. 9-13/Offenbarung 3, 20

    Wer seine Wiedergeburt für Gott erfahren hat,
    lebt in und nach dem Geist Gottes und seinem Wort, Gebot und Prinzip einer neuen Kreatur Gottes.
    WER jedoch diesen Geist Gottes und Christ NICHT hat,
    der ist nicht sein. Römerbrief 8,
    ER mag Mitglied einer Religion,Kirche, Tempel, Gemende oder Sekte sein, aber er hat keinen GOTT!!!
    Und das ist es, was zählt!

    petersemenczuk

    November 19, 2009 at 11:43 am


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