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Der Gott in mir

Ich habe mich in letzter Zeit mit einigen spirituellen Themen beschäftigt. Nicht sehr intensiv, da mir die zeit dazu fehlt, aber doch genug um mir meine Gedanken zu machen. Nun habe ich heute während des Gottesdienstes zum Bus- und Bettag ein bisschen nachgedacht und ein paar Theorien/Konzepte/Lehren vermengt.
Zuerst: Die Beschäftigung mit dem Zen war mein Ausgangspunkt. Zen ist eigentlich ursprünglich keine Lehre, oder Lebensstil. Zen sagt lediglich aus, dass man sich selbst nicht durch seine Gedanken, Emotionen, oder sein Bewusstsein definieren soll. Man soll erkennen, dass man das „große Nichts“ ist, was man mal öfter, mal seltener in sich spürt. Wie sonst könnte man sich beim denken beobachten? Jedenfalls kommt man (Je wie gut man es beherrscht unterschiedlich lange, nie andauernd) durch diese Erkenntnis und entsprechende Meditationstechniken auf eine Bewusstseinsebene in der man nur den Augenblicklichen Moment wahrnimmt und in ihm lebt. Die Zukunft, als abstrakte Ansammlung von Hoffnungen und Gedanken, und die Vergangenheit, eine Aneinanderreihung von Gedanken gepaart mit Emotionen, sind dann nicht mehr existent.
In diesem Zustand wird alles intensiver, man ist sich seiner Gefühle viel mehr bewusst, lässt sich jedoch nicht von ihnen leiten. Man ist sich seiner Gedanken mehr bewusst, lässt sich jedoch nicht von ihnen leiten. Selbst Farben und Geräusche scheinen während des „Flows“ intensiver zu sein. Interessanterweise ist der Effekt zum Verwechseln ähnlich mit dem, der nach dem Konsum von einigen Grassorten eintritt. (Einen guten Einstieg dazu bietet dieser recht kurze Artikel)
In Verbindung damit ist mir folgendes eingefallen, was Ludwig Feuerbach in seinem Buch „Das Wesen des Christentums“ schrieb:
Die Götter der Menschen entsprechen ihnen selbst. Einen Gott, der in einem Tempel wohnt, gibt es erst seit dem der Mensch in Häusern wohnt. Für die alten Germanen war die Tugend des Krieges ihre höchste Tugend. Daher war ihr höchster Gott der Kriegsgott – Odin.
Diese „große Leere“ in mir, dieses subjekt, das man verfälscht sobald man es auf irgend eine Weise, sei es sprachlich, emotional, oder rational, greifen will – Ist es Gott? (Dieses verrinnende, sobald man es definieren will wird übrigens in Musils „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ abgehandelt). Für mich erscheint das so logisch, als wäre es eine Gleichung, die man nach Belieben aufstellen und verändern kann.
Und dann während des Gottesdienstes fiel mir auf, das man Tatsächlich sämtliche Dinge, die über Gott in der Bibel gesagt werden so interpretieren kann. Die unendliche Liebe, die Welt (unser Körper), Gott – Mensch – Ich. Dann brachen tausende Gedanken über mich herein und ich verlor mich wieder in Ihnen, bis ich mich an eine Zen-Übung erinnerte und anfing meine Gedanken zu beobachten. Und tatsächlich, sie pendelten stetig zwischen Zukunft und Vergangenheit, nur das Jetzt erfassten sie nicht.
Und Gott sah, dass es gut war.
Quellen:
„Das Wesen des Christentums“, Ludwig Feuerbach.
„Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“, Robert Musil.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zen
„Die Bibel“ – Einheitsübersetzung.
This Artikel is so 2008
Als Zivi dürfte ich eigentlich viele Sachen nicht wissen. Trotzdem gibt man mir Laptops mit sensiblen Daten drauf, oder lässt mich Dinge durch Räume tragen ind enen Meetings statt finden, die ich nicht hören darf. Jedenfalls spazierte ich mit 15 Luther-Bibeln im Arm heute durch einen ebensolchen Raum, und lausche ein bisschen. Und plötzlich wären mir die Bibeln fast runtergefallen, weil ich am liebsten Fassunglos dagestanden und diese Geste gemacht hätte. Ihr wisst schon, diese wo man die Hände ausbreitet und mit offenem Mund dasteht.
Die Dame die sprach folgendes im Wortlaut (!): „Ja, manche Aufnahmeredakteure sind da noch ziemlich old-fashioned“. Wenn ihr die Kuriosität darin nicht seht, gehört ihr zu denen.
Ja über Anglizismen zu meckern ist total aus der Mode und so 2008. Nebenbei gesagt hasse ich es wenn Menschen Jahreszahlen als Adjektiv benutzen. Jedenfalls regt es mich auf, wenn man englisczhe Wörter ins eine deutschen Sätze einstreut, die es so auch im deutschen gäbe. Ich habe nichts gegen Fachtermini, Wörter, die man nicht richtig ins deutsche übertragen kann, oder schlicht so etwas wie Zitate, aber bei sowas verspüre ich den Drang loszukotzen. (Ich bin ein sehr impulsiver Mensch.
)
Damit habe ich auch mein Pensum an „aufregen“ für den heutigen Tag erreicht.
Der moderne Erfolgstyp: Don Quijote
Ich habe in der letzten Zeit viel nachgedacht. Vor allem, weil ich mich langsam entscheiden muss wohin es mit meinem Leben hingehen soll. Studiere ich Informatik, oder doch
Musikwissenschaften, oder doch etwas vollkommen anderes? Und wo überhaupt? Mit wem will ich dann zusammen wohnen, etc.
Dabei kam ich nicht umher die Erfolgstypen unserer Gesellschaft näher zu begutachten.
(Ich habe dazu noch keine Literatur dazu gelesen, deshalb sind es nur elementare Gedanken)
Egal, ob Playboy, der jeden Tag eine andere Frau verführt, Selfmade-Millionär, oder einfach nur jemand, der mit dem was er liebt gut durchs leben kommt; Sie alle haben wesentliche Dinge gemeinsam.
Alle sind Männer, die ein unglaubliches Charisma ausstrahlen. (Ich spreche mal von Männern, da ich mir als ebensolcher logischerweise andere Männer als Rollenvorbild in bestimmten Lebensbereichen suche)
Ich fragte mich also weiterhin, woher haben sie dieses Charisma, wodurch kommt dieser diffuse, nicht greifbare, Zustand? Sie wissen was sie wollen und sie werden nicht müde dafür zu kämpfen. So einfach ist es. Ich habe lange darüber nachgedacht, aber mehr ist es tatsächlich nicht. Wie ich es drehe und wende ich komme immer wieder bei diesem Punkt aus.
Don Quiotes berühmter Kampf gegen Windmühlen ist meiner Ansicht nach die (fast) Perfekte Metapher dafür. Auch, wenn er verrückt war, so hat er nicht aufgegeben. (Und mal ganz ehrlich: jedes Genie, war ein bisschen verrückt auf seine Art und Weise).
Erfolg zu haben heißt gegen die Windmühle des Lebens zu kämpfen und jedes mal, wenn man von einem Flügel nieder geschmissen wird aufzustehen und es nochmal zu versuchen.
Wenn man aufhört besser zu werden, hört man auf gut zu sein, ist ein weiteres Sprichwort, das damit zusammenhängt. Wenn der „erste“ plötzlich einmal nicht aufsteht wird er nicht mehr der erste sein. Andere, die nicht aufgegeben haben haben ihn einfach überholt. Und obwohl er nicht schlechter geworden ist, ist er plötzlich der Letzte, beziehungsweise nicht mehr gut. Fast schon ein Paradoxon.
Kommen wir zurück zu den Erfolgstypen. Damit sie besser werden (Wir wissen ja Stillstand = Tod) in dem was sie machen müssen sie immer etwas neues anfangen. Jeder weiß: Wenn man etwas zum ersten mal macht, geht es in 99% der Fälle schief, oder ist nur sehr schlecht. (Grüße an das erste Mal Sex). Man wird von der Windmühle also auf die sprichwörtliche Schnauze geworfen. Steht man wieder auf hat man etwas daraus gelernt und kann es besser machen. Bleibt man liegen, hat man schon verloren. Man suhlt sich im Mitleid und beobachtet, wie die anderen an einem vorbei ziehen, was einen noch depressiver macht.
Ich spreche aus Erfahrung. Es ist gar nicht so lange her, das ich an der 100 KG Marke kratzend 12 Stunden vor dem Rechner saß und meinen Kummer über mein Leben in WoW und Konsorten ertränkt habe.
Ich wünsche allen Lesern viel Erfolg bei dem Kampf gegen die Windmühle für eure persönliche Dulcinea.
Alex